#BODEN

#BODEN –
Greifswald

Im 2. Zukunftstreff der Reihe beschäftigen wir uns mit Fragen dazu, welche Veränderungen im Denken und Produzieren sind nötig, damit die Bewirtschaftung von Betrieben für nachwachsende Generationen für die Zukunft sinnvoll erscheint. Dazu fragen wir unter anderem nach, wie in Mecklenburg-Vorpommern aber auch überregional die Vergabe und Nutzung von Boden geregelt ist und funktioniert. Auch die Vereinbarkeit von artgerechte Tierhaltung und eine wirtschaftlich ertragreiche Produktion steht hier als Thema im Mittelpunkt.

Von der Greifswalder Initiative “Land schafft Wandel” und Björn Pasemann von der FINC Foundation, über die Bodenkünstlerin Anneli Ketterer mit dem Projekt “Kunstacker” auf Schloss Bröllin und Ve-Anissa Spindler vom Siebengiebelhof in Suckow, bis hin zu Michael Sack, Landrat von Vorpommern-Greifswald, und Phillip Brändle von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL) haben wir mit vielen sehr spannenden Leuten und deren Initiativen gesprochen, die uns das Thema nahe gebracht und viele der Hintergründe viel klarer gemacht haben.

UNSER INTERVIEWFILM

 
 

Seit Jahren verzeichnet auch Deutschland einen Städte-Boom: mehr Menschen zieht es in die Großstädte als auf das Land, und viele ländlich geprägte Regionen spüren deutlich die damit einhergehenden Veränderungen. Junge Menschen zieht es in die beruflich und finanziell aussichtsreicheren Städte, und kleine landwirtschaftliche Betriebe, die innerhalb der Familie weitergegeben werden, sterben aus. Also alles nur ein Kampf gegen Großkonzerne der Agrarindustrie, beim Zugang zu Boden, bei harter körperlicher Arbeit und finanziellen Risiken?

Zwei unserer Protagonisten, Björn Pasemann und Anneli Ketterer, waren im Anschluss des Filmes auch vor Ort dabei, um unseren Film und die Themen dahinter nochmal zu diskutieren!

 

Im zweiten Teil des Abends, ab 20:30 Uhr, zeigten wir außerdem den Dokumentarfilm "Unser Boden, unser Erbe" von Marc Uhlig (D, 2020, 71 Min.), eine filmische Annäherung daran, dass der Boden als unsere unmittelbare Lebensgrundlage bedroht ist: Das Bewusstsein für den uns ernährenden Boden und die Bäuerinnen und Bauern ist fast nicht mehr vorhanden in der Gesellschaft. Wir machen uns keine Gedanken darüber, wie unsere Kinder mit diesen Böden leben können. Deshalb möchte der Film Bewusstsein schaffen und die Bedeutung des Bodens zurück ins Gedächtnis bringen.
 


DER WORKSHOP

Wie klingt der Boden..?

Der Workshop "Soundcamp: Der Klang des Bodens" eröffnete akustische Zugänge zum Medium Erde. Mittels spezieller Sensoren, die im Boden vergraben worden sind, lauschten wir den Klängen und Geräuschen unter unseren Füßen. Vor Ort wurden verschiedene Klangexperimente umgesetzt und dabei in Echtzeit ins Bodeninnere hineingehört. Den Teilnehmer*innen wurde eine neue Wahrnehmung von natürlichen Phänomenen vermittelt, welche im Alltag zumeist unsichtbar und unhörbar im Verborgenen bleiben. Der Workshop richtete sich an naturkundige, klangaffine und/oder bodenverbundene Menschen, sowie an alle weiteren Interessierten.
Workshopleitung: Daniel Wolter
 

Daniel Wolter promoviert an der Bauhaus-Universität Weimar im Fachbereich Medienkunst und untersucht dabei die Klänge von Böden und Landschaften. In seiner künstlerisch-forschenden Praxis entwickelt er ein Aufnahmeverfahren für Bodengeräusche, welches er in audio-visuellen Installationen übersetzt und ausstellt. In verschiedenen Forschungsaufenthalten bereiste er unter anderem die arktische Tundra in Lappland und die Ostseestrände der kurischen Nehrung für akustische Bodenuntersuchungen. Er lebt und arbeitet in der Uckermark.