#IDENTITÄT

#IDENTITÄT – Ramin

⇨ VORERST LEIDER ABGESAGT - WIR HALTEN EUCH AUF DEM LAUFENDEN!

Mit der Pandemie und den einhergehenden Schutzmassnahmen ist Anfang des Jahres eine Situation eingetreten, an die man sich in Deutschland kaum noch zurückerinnern konnte, oder je nach Alter vielleicht sogar so noch nie erlebt hatte: eigene und benachbarte Landesgrenzen wurden geschlossen, Reisen ins Ausland waren von einem Tag auf den anderen unmöglich geworden. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht im eigenen Land weilte, hatte teilweise große Schwierigkeiten, wieder zurück zu kommen. Alle privaten wie beruflichen Reisepläne für das Jahr mussten vorerst verworfen und abgesagt werden.

Für Bürger, und vor allem für junge Menschen in der EU gehörte die Möglichkeit, ohne größere bürokratische Hürden ins Ausland reisen zu können, dort nach Belieben zu verweilen, im Ausland zu studieren, zu arbeiten und möglicherweise dauerhaft zu leben, zu den großen Vorteilen und Errungenschaften, die die Menschen in der EU verbindet und näher zusammenwachsen lässt. Die sogenannte Euroregion Pomerania, ein Gebiet, das sich über das nordwestliche Polen und nordöstliche Deutschland erstreckt, ist ein deutliches Beispiel dafür: Über 3.000 Polen leben kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern, und auch viele Deutsche haben über die Jahre Arbeit in Stettin und anderen grenznahen polnischen Orten gefunden, wohnen aber weiter auf der deutschen Seite. Geschätzt gibt es über 200.000 Berufspendler, die täglich die deutsch-polnische Grenze in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg überqueren; in Löcknitz gehen polnische Kinder gemeinsam mit deutschen auf eine Europa-Schule, ein grenzüberschreitendes Projekt wo in integrierten Klassen deutsche und polnische Schüler zusammen lernen.

Die Schließung der Grenzen, die großen Unterschiede in der Handhabung der Pandemie, die plötzlich wieder erforderlichen bürokratischen Schritte zur Ein- und Ausreise in Länder und weitere ähnliche Auswirkungen haben uns sehr stark auf unsere eigenen Grenzen, nationale und regionale Entscheidungs- und Handlungsräume zurückgeworfen. Auch in der grenznahen Region zu Polen trennte die plötzliche Grenzschließung und Aushebelung des Schengener Abkommens Familien, brachte Schulabschlüsse und Jobs in Gefahr, und damit auf privater wie schulischer und beruflicher Ebene viele Tausende von Pendlern, Schüler und Familien in teils große Schwierigkeiten. 

Im 4. Zukunftstreff der Reihe beschäftigen wir uns mit der aktuellen Erfahrung nationaler Lockdowns und Grenzschließungen mit speziellem Blick auf die Geschehnisse und Akteure in der Grenzregion des östlichen MV und dessen polnischen Pendants, um Fragen im Hinblick auf die heutige Situation individueller, nationaler und transnationaler Identitätsbildung zu beleuchten und zu diskutieren.